Architecture for the Poor ist eigentlich ein Bericht des ägyptischen Architekten Hassan Fathy über die Geschichte der Entstehung von Neu-Gourna. Diese “New Town” wurde nach seinen Plänen von 1946 in der Nähe von Luxor errichtet – trotz heftigen Widerstands der staatlichen Behörden. Fathy baute sie nämlich aus Lehmziegeln. Schon in den dreißiger Jahren erkannte er die Gefahren, die das industrialisierte Bauen mit sich bringen würde. Er sah voraus, dass der “Internationale Stil” zu einer sehr teuren Bauweise führen würde, die überdies von der internationalen Zement-Stahl-Glas-Industrie abhängig wäre. Fathy sah auch, dass das neue Bauen den klimatischen, ökonomischen und kulturellen Verhältnissen Afrikas und Arabiens nicht entspricht. So erforschte er im ländlichen Oberägypten und im nördlichen Sudan die traditionelle Bauweise mit luftgetrockneten Lehmziegeln. Das ein- und mehrgeschossige Hofhaus bot ihm das Modell einer traditionellen Bauform, die auch moderne Architekten bei neuen Planungen anwenden konnten. Das Buch stellt diese sehr günstige und einfache erneuerte Bautechnik und ihre Anwendung dar, mit dem Ziel die Nutzer zu befähigen für sich selbst zu bauen. Fathy bekam 1980 als erster den Alternativen Nobelpreis für seinen Beitrag zur Bewahrung und Anwendung traditionellen Wissens und Praktiken beim Bauen für und mit armer Bevölkerung. (JF)

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