MIKROARCHITEKTUR BLOG

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Resilient Cities 2010 | Call for Contributions

November 17th, 2009 · No Comments

1st World Congress on Cities and Adaptation to Climate Change
“Urban resilience and adaptation - experts and practitioners meet”

Bonn, Germany
28-30 May 2010

ICLEI - Local Governments for Sustainability, together with the City of Bonn and in cooperation with many partner organizations, will host Resilient Cities 2010, the annual global forum on urban resiliency and adaptation to climate change. The congress will be held on 28-30 May 2010 in Bonn, Germany, preceding the UN climate talks in Bonn, which are scheduled for 31 May - 11 June 2010.

Resilient Cities 2010 is the first edition of an annual convention to share the latest scientific findings, effective approaches and state-of-the-art programs on climate change adaptation and resilience-building in cities and urbanized areas.

Partners will convene to share knowledge and experiences on the following themes: vulnerability and risk assessment; social and economic dimensions of climate change; policy integration and mainstreaming of adaptation; municipal adaptation planning; financing; and technology. Case examples of local adaptation practice on all six themes will illustrate approaches and experiences.

We invite knowledgeable and experienced professionals in the field of urban resilience and adaptation to climate change, from cities and local governments, national and sub-national governments and their agencies, international organizations, non-governmental organizations, academia, business, finance institutions, and others to contribute to the congress program.

Congress themes

1. Urban Risk Assessment - Methods and Tools
2. Socio-Economic and Institutional Dimensions
3. Strategy, Policy Integration and Mainstreaming
4. Urban Adaptation Planning and Practice
5. Costs and Financing of Urban Climate Change Adaptation
6. Technologies for Adaptation of Settlements and Infrastructure

Resilient Cities 2010 will enhance exchange, learning, networking, debate and policy development on approaches and solutions to climate change adaptation for cities and municipalities. It also aims at setting the direction for future planning and investment at the local level. The event will bring about policy propositions and impulses for innovation. 

ICLEI - Local Governments for Sustainability
International Program Center, Bonn

Tel. +49 - 228 / 97 62 99 28
Fax: +49 - 228 / 97 62 99 01
Email: bonn2010@iclei.org
Website: bonn2010www.iclei.org/

We welcome contributions for all themes of the congress. For more details about the congress themes, please visit www.iclei.org/bonn2010.

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Martin Pawley’s Garbage Housing

November 17th, 2009 · No Comments

Jesko Fezer, Katja Reichard, Axel Wieder (Hg.):
Martin Pawley’s Garbage Housing with Preconsumer
Waste and the 2CV Fourgonette Construction System,
Chile 1972, Berlin 2004.

Um der Wohnungsnot mit lokalen Ressourcen zu begegnen, ersann der britische Architekt und Theoretiker Martin Pawley in der Euphorie, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Bezug auf Mobilität und industrielle Vorfabrikation verbreitete, einen Sonderweg. Im sozialistischen Chile wollte er das von ihm erdachte Konzept des “Garbage Housing” umsetzen. Im Vordergrund stand dabei die Kosteneffizienz der Baustoffe unter den lokalen Gegebenheiten einer sich entwickelnden Konsumindustrie. Sein Denkmodell geht davon aus, dass der Bausektor bzw. der Sektor der Baustoffproduktion nicht prinzipiell als autonomer Produktionszweig betrachtet werden dürfe. Vielmehr könne eine Koppelung an andere, viel dynamischere und größere Industrien wie die neue Konsumindustrie eine Kostenreduzierung bei Bauteilen ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist für ihn die von der Brauerei Heineken in den 1970er-Jahren gefertigte “Worldbottle”, kurz “WOBO”. Sie konnte ausgetrunken als Mauerstein verwendet werden und so, den weltweiten Erfolg der Biermarke begleitend, Iglus, Hütten und Glasbausteinwände errichten helfen. Pawleys schöner und sehr konkreter Vorschlag konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Nach einigen bedingt erfolgreichen Experimenten und mehr oder weniger gescheiterten Studien an Hochschulen kam das Projekt spätestens mit dem gewaltsamen Sturz der Allende-Regierung 1973 zu seinem praktischen Ende. Die Reprints seiner Aufsätze und Vorträge zum Thema zwischen 1971 und 1982 zeichnen aber einen spezifischen Ausschnitt des spätmodernen Architekturdiskurses um “AdHocism” (Charles Jencks), Popkultur und Selbstbau nach. (JF)

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Menschenrecht auf Wasser

November 13th, 2009 · No Comments

Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu Wasser, fast 2 Millionen Menschen sterben jährlich an Krankheiten, die auf verschmutzes Trinkwasser zurückzuführen sind. Der Frage, ob es sich hierbei um einen bloßen Misstand oder um einen Verstoß gegen ein Menschenrecht handelt, widmet sich Bernd Ladwig in seinem Beitrag “Zur Begründung eines Menschenrechts auf Wasser”, der diese Woche im neuen Dossier der Bundeszentrale für Politische Bildung erschienen ist.

Weitere Publikationen zu diesem Thema:

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Hassan Fathy: Architecture for the Poor, Kairo 2000. Zuerst erschienen 1969.

Juli 28th, 2008 · No Comments

Architecture for the Poor ist eigentlich ein Bericht des ägyptischen Architekten Hassan Fathy über die Geschichte der Entstehung von Neu-Gourna. Diese “New Town” wurde nach seinen Plänen von 1946 in der Nähe von Luxor errichtet – trotz heftigen Widerstands der staatlichen Behörden. Fathy baute sie nämlich aus Lehmziegeln. Schon in den dreißiger Jahren erkannte er die Gefahren, die das industrialisierte Bauen mit sich bringen würde. Er sah voraus, dass der “Internationale Stil” zu einer sehr teuren Bauweise führen würde, die überdies von der internationalen Zement-Stahl-Glas-Industrie abhängig wäre. Fathy sah auch, dass das neue Bauen den klimatischen, ökonomischen und kulturellen Verhältnissen Afrikas und Arabiens nicht entspricht. So erforschte er im ländlichen Oberägypten und im nördlichen Sudan die traditionelle Bauweise mit luftgetrockneten Lehmziegeln. Das ein- und mehrgeschossige Hofhaus bot ihm das Modell einer traditionellen Bauform, die auch moderne Architekten bei neuen Planungen anwenden konnten. Das Buch stellt diese sehr günstige und einfache erneuerte Bautechnik und ihre Anwendung dar, mit dem Ziel die Nutzer zu befähigen für sich selbst zu bauen. Fathy bekam 1980 als erster den Alternativen Nobelpreis für seinen Beitrag zur Bewahrung und Anwendung traditionellen Wissens und Praktiken beim Bauen für und mit armer Bevölkerung. (JF)

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Mike Davis: Planet of Slums, London/New York 2006

Juli 28th, 2008 · No Comments

Das Provisorium eines Shelters, in Folge von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung oder durch Armut und Landflucht errichtet, wird oft zu einer dauerhaften Wohnlösung. Nämlich dann, wenn sich die bedrohlichen Umstände, aus denen es entstanden ist, nicht geändert haben. Dieses Phänomen kennzeichnet auch weiterreichende Formen des informellen Siedelns. Der Mangel an Arbeit und Auskommen, der Zwang, sich an einer urbanen Ökonomie beteiligen zu müssen, und das Fehlen von Wohnraum niedrigsten Standards, zwingt große Teile der Weltbevölkerung, sich in illegaler Weise Land zu nehmen und darauf notdürftig Unterkünfte zu errichten. Von Planern und städtischer Verwaltung wird zunehmend anerkannt, dass solche Siedlungen für viele die einzige Möglichkeit darstellen, überhaupt ein Obdach zu erhalten und sie werden daher in letzter Zeit häufiger zum Gegenstand professioneller Interventionen. Im “besten” Fall können sie über Jahrzehnte befestigt, ausgebaut, formalisiert und mit minimalen Infrastrukturen versehen werden, im schlimmsten Falle vertreiben Polizei, Krankheiten oder klimatische und topografische Gegebenheiten die neuen Bewohner an andere Orte. Der amerikanische Soziologe und Historiker Mike Davis, der durch seine Untersuchungen von Gesellschaftsstrukturen im urbanen Kontext, wie City of Quartz über Los Angeles, bekannt wurde, widmet sein neustes Buch Planet of Slums dieser Überlebensform. 2020 könnte die städtische Armut weltweit 45 bis 50 Prozent der in Städten lebenden Gesamtbevölkerung erreicht haben. Bereits jetzt gibt es mehr als eine viertel Million Slums auf der Erde und allein die fünf großen Metropolen Südasiens umfassen ungefähr 15.000 verschiedene Slumgemeinden mit einer Gesamtbevölkerung von mehr als 20 Millionen Menschen. Die Bustees, Kampungs, Bidonvilles, Gecekondus, Favelas, Villas Miseria, Colonias Populares oder Slums sind zur vorherrschenden Lebenswelt der Menschheit geworden. Sie und nicht die Europäische Stadt, der Suburban Sprawl des Eigenheims oder die High-Tech-Metropolen sind die mit Abstand verbreitetste Siedlungsform. Gegen die optimistischen Annahmen eines “Selbsthilfekapitalismus”, der vornehmlich an solch informellen Orten praktiziert wird, stellt Davis fest, dass der makroökonomische Trend zur Informalisierung der Arbeit neue Formen absoluter Armut produziert und das informelle Proletariat in den Slums nur noch marginal und über ein sehr flexibles Ausbeutungsverhältnis an die formellen Ökonomien angebunden ist. Davis legt ausführlich dar, wie “die Mehrheit der städtischen SlumbewohnernInnen in der heutigen internationalen Ökonomie wirklich und radikal heimatlos” ist. (JF)

→ No CommentsTags: Literatur · Mikroarchitekturen · Politik · Shelter

MICROARCHITECTURE LOUNGE

Juli 23rd, 2008 · No Comments


http://www.microarchitecture.eu

→ No CommentsTags: Ausstellung · Mikroarchitekturen

Herta Hurnaus

Juli 23rd, 2008 · 1 Comment

Fotos von Homeless Architekturen in Japan.

http://www.hurnaus.com/show_content.php?sid=2&s2id=0&gs_id=89


→ 1 CommentTags: Fotografie · Shelter

Colin Davies: The prefabricated Home, London 2005.

Juli 22nd, 2008 · No Comments

So sehr bemühte sich die Speerspitze der modernen Architektur um das perfekte Haus. Es sollte letztendlich entsprechend den Möglichkeiten industrieller Produktion vorfabriziert sein und massenhaft vertrieben werden. Es entstanden bei Wachsmann und Gropius, unter der Leitung von Charles and Ray Eames, nach der Denkweise von Buckminster Fuller, als Vorstellung und Ideal bei Archigram und den Metabolisten und in den Büros von Richard Rogers oder Michael Hopkins unzählige ambitionierte Entwürfe zu serienmäßig herstellbaren Wohneinheiten. Doch keine einzige von ihnen kam über den Status eines Prototypen hinaus und wurde in wirklich industriellen Stückzahlen hergestellt. Die meisten blieben Papiertiger. Ihre Funktion war eher die Propagierung eines zeitgemäßen Lebensstils, die Legitimation eines moralischen Minimalismus, der sich an der Logik der fabrikmäßigen Fertigung orientiert. Häuser ohne planerisches Zutun von Architekten hingegen wurden besonders in den USA in gigantischen Auflagen sehr erfolgreich produziert. Davies legt dar, dass das vorfabrizierte Haus durchaus eine Erfolgsgeschichte des 20. Jahrhunderts ist. Allerdings ohne Beteiligung von (prominenten) Architekten. Das Buch untersucht allgemeiner betrachtet das Verhältnis von Architektur und industrieller Bauweise. Es wirft den Blick auf das, was heute in den Fabriken und auf Baustellen weltweit geschieht und wie sich die ästhetischen Interessen der Architekten mit den ökonomischen der industrialisierten Gebäudehersteller kreuzen oder widersprechen. Davies argumentiert, dass sich Architekten intensiver damit auseinandersetzen sollten, was außerhalb ihrer Profession von erfolgreichen Herstellern vorfabrizierter Häuser geleistet wird. Er legt nahe beispielsweise die Frage der Autorschaft von Architektur zugunsten einer kollaborativen Arbeitsweise, wie sie in der Industrie praktiziert wird oder wie sie in Bezug auf die Konsumenten nötig wäre, aufzugeben. Denn “[...] einsam einen Prototyp zu entwerfen um Kollegen zu amüsieren, bringt nichts. Um wirklich weiter zu kommen, müssen sie [die Architekten] die Lektion des vorfabrizierten Hauses lernen.” (JF)

Jesko Fezer

→ No CommentsTags: Literatur

Stefan Canham: Bauwagen. Mobile Squatters, Berlin 2006.

Juli 22nd, 2008 · No Comments

Stefan Canham hat drei Jahre lang Bauwagenplätze in ganz Deutschland fotografiert, Innenräume, Außenansichten sowie architektonische Details und damit eine erste visuelle Bestandsaufnahme der Wohn- und Lebensform Bauwagen geschaffen. Bauwagen sind Teil eines urbanen und auch architektonischen Phänomens, das sich seit den achtziger Jahren in vielen Städten und Gemeinden ausbreitete: Die Nutzung und Besetzung oft zentral gelegener und potentiell wertvoller Stadtbrachen mit Bauwagen, Zirkuswagen, LKWs und Bussen, und der kostengünstigen Befriedigung des Grundbedürfnisses Wohnen in kollektiver Selbstorganisation. Inzwischen gibt es in Deutschland an die hundert Wagenburgen mit einem Vielfachen an BewohnerInnen. Oftmals handelt es sich um prekäre und umkämpfte Räume aufgrund städtischer Verwertungsinteressen an den Standorten einerseits als auch aufgrund stigmatisierender und kriminalisierender medialer Diskurse nicht selten mit der Folge einer aggressiven Vertreibung. Dabei könnte die Wohnform Bauwagen durchaus als modellhaft bezeichnet werden, als eine bedürfnisorientierte, selbstbestimmte, ressourcensparende gemeinschaftliche Praxis. Die Bauweise folgt dem Prinzip einer Architektur ohne Architekten, die entsprechend der Bedürfnisse ihrer Nutzer von Innen nach Außen wächst, und sich in den umliegenden gemeinschaftlichen Raum ausdehnt. Die verschiedenen Formen des Innenausbaus erweisen sich entgegen landläufiger Unterstellungen als extrem heterogen und komplex, vom traditionellen Punk-Hippie-Style bis hin zu minimalistisch-konzeptionellem Design, einheitlich ist hier nur eine relativ hohe Dichte an wiederverwerteten Materialien. (KR)

Katja Reichard

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Wem gehört die Stadt? Armut und Obdachlosigkeit in den Metropolen, Elisabeth Blum (Hg.) Basel 1996.

Juli 22nd, 2008 · No Comments

Elisabeth Blum (Hg.): Wem gehört die Stadt? Armut und Obdachlosigkeit in den Metropolen, Basel 1996.

Die von der Architektin Elisabeth Blum herausgegebene Anthologie analysiert postmoderne Städtebaupolitiken und die daraus resultierenden sozialen Polarisierungen und Ausgrenzungsprozesse, und versammelt Berichte von Betroffenen städtischer Armut und Obdachlosigkeit und sich auf verschiedenste Weise engagierenden Initiativen. Das Buch thematisiert die mit der Neoliberalisierung der Stadtpolitik einhergehende zunehmende Privatisierung öffentlichen Raumes, und damit auch die Vertreibung von Wohnungslosen. Neben kontrollpolitischen Maßnahmen kommt dabei vor allem auch der Architektur und der Stadtmöblierung eine besondere Rolle zu in der Normierung und Zonierung öffentlicher Räume. Der Band berichtet aus den Tiefen des Raumes, von New Yorker Tunnelmenschen, kalifornischen “Schattenfrauen”, die ihre PKWs bewohnen, und dem Alltag einer Berliner Wagenburg - die Lebensentwürfe changierend zwischen Wahlfreiheit und unfreiwillig. Und es werden eine Reihe von Gegeninitiativen vorgestellt, von den Umverteilungseinrichtungen wie die Berliner Tafel oder die New Yorker City Harvest, über Versuche, städtische Obdachlose medial zu vernetzen wie der Pariser Wettbewerb zu sogenannten “urbanen Bojen”, über die Selbstorganisierungen durch Obdachlosenzeitschriften, Gründungen anderer Universitäten wie die französische Université du Citoyen, das New Yorker “Homeless Vehicle”-Projekt mit Entwürfen für Wohnmobile, von “City Sleepers” - Minimalbehausungen in San Francisco, bis hin zu Forderungen nach alternativen Nutzungen leerstehender Gebäude oder nach einem “Existenzhotel”. Die Publikation widmet sich den existentiellen Fragen des Überlebens in städtischen Situationen, die inzwischen auch zu einem wachsenden Problem der westlichen Industrienationen geworden sind.

(KR)

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